Die tiefgründige Geschichte Berlins tragen die Mitglieder des Vereins „unter-berlin“ zu Tage. In der Schönhauser Allee...
Die Stadt Stettin (Szczecin) liegt im Nordwestens Polens und ist von Berlin aus mit dem Zug in etwa zwei Stunden...
Im Rahmen einer Reise durch Usbekistan und Turkmenistan hatten zwei unserer Vereinsmitglieder Gelegenheit, einen Blick...
Der Umgang mit NS-Bunkern sorgte in Berlin immer wieder für politischen Zündstoff.
In der Zeit des Nationalsozialismus wurde kaum an der Verbesserung der unterirdischen Infrastruktur Berlins gearbeitet. Wichtiger erschien es, die Ver- und Entsorgung sowie den öffentlichen Nahverkehr mit der über die Planung nicht herausgekommenen monumentalen Reichshauptstadtplanung, zu verbinden. Bei den wenigen realisierten Bauwerken handelt es sich um die Tunnel am Kreuzungspunkt der Ost-West- und Nord-Süd-Achse sowie die Zugangsbauwerke zur Siegessäule. Vereinzelt wurden die damals errichteten Großbauten weiträumig unterkellert. Unterirdische Bunker, die am ehesten mit den Nationalsozialisten in Verbindung gebracht werden, sind in Berlin in keinem nennenswerten Umfang errichtet worden. Bei den Luftschutzanlagen, die sich unterhalb der Oberfläche befinden, handelt es sich zumeist um Bauwerke, die für andere Zwecke errichtet und dann umgenutzt worden sind.
Unterirdische Bauwerke sind immer wieder Orte der Inhaftierung und Misshandlung gewesen, so auch in der Zeit des Nationalsozialismus. An diesen bedrückenden Orten befinden sich heute Gedenkstätten wie z.B. die "Topographie des Terrors".
Auf dem ehemaligen „Prinz-Albrecht-Gelände" an der Ecke Niederkirchnerstraße/Wilhelmstraße befanden sich die Zentralen des nationalsozialistischen Terror- und Repressionsapparates - so z.B. die Hauptquartiere der SS und der Gestapo. Dort wurden Menschen gefoltert und die Details des NS-Massenmordes ausgearbeitet. Die Bodenplatte, in der die nachträglich eingemauerten Zellen des „Hausgefängnisses" der Gestapo noch erkennbar waren, ist nicht zugänglich. In den offenen Resten der Keller zur Niederkirchnerstraße hin zeugt eine Ausstellung vom nationalsozialistischen Terror.
Zu besichtigen. Während der Öffungszeiten, hier...
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Topographie des Terrors |
Die unterirdischen Bunkeranlagen des Zweiten Weltkrieges werden im Verhältnis zum Gesamtvolumen unterirdischer Bauwerke in Berlin überbewertet. Bei den meisten Luftschutzbunkern handelt es sich um bereits vorhandene Bauwerke wie z.B Brauereikeller oder nicht genutzte U-Bahntunnel, die lediglich für eine Luftschutznutzung modifiziert wurden. Da das Verhältnis zwischen Kosten und Nutzen bei unterirdischen Bauwerken relativ ungünstig war, wurde der Bau unterirdischer Bunkeranlagen für die Bevölkerung noch während des Krieges weitgehend eingestellt. Die errichteten Anlagen lassen sich unterscheiden einerseits in Bunker für Regierung, Militär und Verwaltung und anderseits in Bauwerke für die Bevölkerung. Ein Schwerpunkbereich der Bunkeranlagen ergab sich aus dem Regierungsviertel in der Wilhelmstraße und den Ministergärten. Hier wurden der „Führerbunker" und die Bunkeranlagen und die Anlage für weitere Repräsentanten des NS-Staates errichtet.
Der „Führerbunker" (an der Wilhelmstraße, Mitte):
Die Bunkeranlage, die ab 1943 errichtet wurde, ist zu Zeiten der DDR weitgehendst abgerissen worden. Die Überreste wie die Bodenplatte und einige Seitenwände befinden sich noch im Erdreich am Ende der Straße In den Ministergärten, südlich des Holocaust-Mahnmals.
Nicht öffentlich zugänglich.
Fahrerbunker (an der Ebertstraße, Mitte):
Als Fahrerbunker wird die Luftschutzanlage für die Fahrbereitschaft Hitlers bezeichnet, die nördlich der Voßstraße an der Ebertstraße liegt. Die in der NS-Zeit an die Wände gebrachten Malereien führten zu einer Diskussion über einen möglichen Erhalt des Bauwerkes.
Nicht öffentlich zugänglich.
Bunker des Reichsverkehrsministeriums (Wilhelmstraße, Mitte):
Unter den Resten des ehemaligen Reichsverkehrsministeriums befinden sich Luftschutzbunker aus der Zeit des Nationalsozialismus. Sie stehen teilweise unter Wasser bzw. sind eingestürzt.
Nicht öffentlich zugänglich.
Adlon-Bunker (Unter den Linden, Mitte):
Das Adlon-Hotel verfügte über einen 1943 errichteten Bunker, der sich zusammen mit einem weiteren Bunker unter der südlichen Grünanlage auf dem Pariser Platz befindet.
Nicht öffentlich zugänglich.
Am Gesundbrunnen befinden sich mehrere große Luftschutzanlagen des Zweiten Weltkrieges, in denen regelmäßig Führungen des Vereines "Berliner Unterwelten" stattfinden. Darüber hinaus bietet der Verein auch Führungen in anderen Bunkeranlagen an.
Am Schnittpunkt der von den Nationalsozialisten geplanten Nord-Süd- und Ost- West-Achsen wurden 1939 zwei knapp 200 Meter lange Tunnelbauwerke errichtet, die einen kreuzungsfreien Verkehr ermöglichen sollten. In unmittelbarer Nähe befindet sich zudem ein 400 Meter langer Tunnelabschnitt der geplanten U-Bahn Marienfelde-Lübars.
Nicht öffentlich zugänglich.
Fußgängertunnel der Siegessäule (Großer Stern, Tiergarten):
1939 wurde die Siegessäule im Rahmen der „Germania"-Planung auf den Großen Stern versetzt, dessen Durchmesser man dafür auf 200 Meter erweiterte. Um die Siegessäule für Fußgänger zugänglich zu machen, wurden Tunnel und entsprechende Zugangsbauwerke angelegt.
Jederzeit zugänglich.
Da es zwischen dem Platz der Luftbrücke vor dem Flughafengebäude und dem Flugfeld einen bedeutenden Höhenunterschied gibt, wird die Größe der Kelleranlagen des Flughafens oft überschätzt. Nimmt man das Flugfeld als Bezugspunkt, so sind alle Bereiche des Bauwerkes mit Kellern normaler Ausdehnung ausgestattet. Im Krieg dienten sie als Luftschutzbunker und enthaltenen Wandmalereien mit Motiven im Wilhelm-Busch-Stil. Darüber hinaus verlaufen unter den Kellern zwei Versorgungsschächte: einer für Wasser und Heizung sowie einer für Strom und Telefon. Diese Tunnel haben zusammen eine Länge von etwa vier Kilometern. Darüber hinaus gibt es einen Eisenbahntunnel, der unter der Haupthalle hindurch führt. Dort produzierten während des Krieges Zwangsarbeiter Flugzeuge. Bei den weiteren vorhandenen unterirdischen Bauwerken handelt es sich um einen bei Kriegsende ausgebrannten, zweistöckigen Bunker auf dem Gelände am Columbiadamm, ein Kellergeschoß mit Betongewölben unter dem östlichen Hangar und ein unterirdisches Wasserwerk.
Zu besichtigen: Untergrund-Seminare von „Arbeit und Leben Berlin", hier...
Führungen des Flughafenbetreiber, hier...
U-Bahnhof Paradestraße (Tempelhof):
Der ursprüngliche Bahnhof des Flughafens war in den zwanziger Jahren der U-Bahnhof Paradestraße. Er wurde in der NS-Zeit mit einem besonderen Zugang versehen, um einer hohen Anzahl von Besuchern einen schnellen Zugang zu den Veranstaltungen auf dem Areal zu ermöglichen.
Zu besichtigen: von einem Sportverein genutzt, nicht öffentlich zugänglich
Dieses Bauwerk war während des Nationalsozialismus die einzige große Maßnahme zur Verbesserung der Infrastruktur Berlins. Die Pläne dafür stammten aber bereits aus den zwanziger Jahren. Der Tunnel führt die Bahn südlich der Yorkstraße in den Untergrund und bringt sie nördlich der Station Nordbahnhof wieder an die Oberfläche zurück. Während der Schlacht um Berlin wurde 1945 die Decke des Tunnels unter dem Landwehrkanal gesprengt, was zur Flutung des Bauwerkes führte. Es ist nicht genau klar, wer die Sprengung durchführte, doch gehen die meisten Historiker davon aus, dass es deutsche Soldaten waren. Da die Systeme der S- und U-Bahn am Bahnhof Friedrichstraße miteinander verbunden waren, wurde auch das gesamte innerstädtische U-Bahnnetz unter Wasser gesetzt. Die Zahl der Opfer ist nicht bekannt, wurde früher aber oft übertrieben. Die Flutung des Tunnels wird in dem Film „Rotation" von Kurt Metzig dramatisiert und den deutschen Truppen zugeordnet.
Im Folgenden sind die interessanten Bauwerke von Nord nach Süd aufgeführt.
Tunnel am S-Bahnhof Potsdamer Platz (Mitte):
Der S-Bahnhof am Postdamer Platz ist mit vier Gleisen versehen. Hier sollte ursprünglich einerseits die S-Bahn Richtung Görlitzer Bahnhof, anderseits die Linie S 21 Richtung Süden abzweigen. Die Tunnel Richtung Görlitzer Bahnhof existieren auf einer Strecke von einigen hundert Metern, für die S 21 sind beim Umbau des Bahnhofes in den neunziger Jahren Vorbereitungen getroffen worden.
Nicht öffentlich zugänglich.
Tunnel unter der Stresemannstraße (Kreuzberg):
Zwischen dem Nord-Süd-Tunnel der S-Bahn und der Stresemannstraße befindet sich auf der Höhe des Europahauses ein Betonbau, der im Zweiten Weltkrieg als Luftschutzbunker für die Mitarbeiter des Reichsarbeitsamtes im Europahaus diente. Anfang der achtziger Jahre wurde er als „Zivilschutzanlage" notdürftig hergerichtet.
Zu Besichtigen: über das Bezirksamt Kreuzberg
S-Bahnstation Anhalter Bahnhof (Kreuzberg):
Der Bahnhof ist mit vier Bahnsteigen versehen. Die äußeren Gleise sollten laut Planung der dreißiger Jahre zum Görlitzer Bahnhof führen. Die entsprechenden Tunnel wurden einige hundert Meter in diese Richtung getrieben.
Nicht öffentlich zugänglich.
Posttunnel Anhalter Bahnhof (Kreuzberg) und Nordbahnhof (Mitte):
Bei der S-Bahnstation Anhalter Bahnhof existiert ein so genannter „Posttunnel", der von dort aus zum 1934 errichteten Postgebäude führt. So konnte Post unterirdisch schnell transportiert werden. Ein ähnlicher Tunnel vom Nordbahnhof (ehemals Stettiner Bahnhof) in das zur selben Zeit dort errichtete Postamt existiert ebenfalls.
Nicht öffentlich zugänglich
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